Mein Weg zur diplomierten Ernährungstrainerin

Karin freudig in einer Küche plus das Diplom

Welch fantastisches Gefühl es doch ist, ein Ziel zu erreichen! Auch wenn es viel länger gedauert hat als geplant. Auch wenn es viel schwieriger war als gedacht – oder vielleicht gerade deswegen. 🤔 Denn um ein weiteres Diplom in Händen zu halten, ging es mir gar nicht. Ich wollte fundiertes Wissen und echtes Verständnis dafür, wie unser Körper funktioniert. Ich wollte Zusammenhänge erkennen. Und ich wollte die Ernährung in ihrer ganzen Komplexität so gut verstehen, dass ich daraus logische Schlussfolgerungen ziehen kann. Ganz schön ambitioniert, würde ich sagen…. 🙈 Dementsprechend lange hat es auch gedauert, dieses Ziel zu erreichen. Ich verrate dir meine Hürden, meine Erfolge…. und einen katastrophalen Rückschlag direkt vor der Ziellinie. 😬

Mein Dank gilt meinen interessierten Fastenteilnehmer:innen, die mich durch ihre Wissbegierde stetig vorangetrieben haben. 💕

Wann und warum habe ich mich für diese Ausbildung entschieden?

Als ich 2020 als frischgebackene Fasten- und Gesundheitstrainerin meine Selbständigkeit startete, war ganz schnell klar: Menschen sicher durch ihre Fastenwoche begleiten zu können, ist zwar sehr wertvoll und erfüllend, aber für einen nachhaltigen gesunden Lebensstil reicht das nicht. Gefastet wird ein- bis zweimal jährlich, aber den Rest des Jahres zählt ein rundum gesunder Lebensstil, und da ist Ernährung ein ganz großer Teil davon. In meinen Fastengruppen tauchten ganz oft Ernährungsfragen auf, die ich nicht beantworten konnte. An der Fastenakademie wurden wir zwar eine ganze Woche lang in verschiedenen Ernährungsthemen unterrichtet, aber das vermittelte Wissen reichte bei weitem nicht aus, um die komplexen Fragestellungen meiner Teilnehmer:innen zu klären.

Im Sommer 2022 habe ich mich daher entschieden, mir fundiertes Ernährungswissen anzueigenen. Nachdem ich schon gute Erfahrungen an der Vitalakademie gemacht hatte (Ausbildung zur dipl. Kräuterpädagogin 2018), habe ich mich wieder für dieses Bildungsinstitut entschieden. Diesmal musste es jedoch ein Online-Format sein, weil es sich zeitmäßig nicht anders einrichten ließ. Schließlich wollte ich 2023 als hauptberufliche Fastentrainerin voll durchstarten und würde viel unterwegs sein. Für die Online-Ausbildung konnte ich mir Zeit lassen „so lange Sie wollen – es gibt keine zeitliche Einschränkung“ – so wurde es mir von der Vitalakademie mitgeteilt. Ich habe es wörtlich genommen.

Das Fernstudium zur dipl. Ernährungstrainerin hat damals an der Vitalakademie € 1.380,- gekostet. Im Sommer 2022 hat es aber einen Sommerbonus von 30% gegeben. So habe ich mich im August 2022 entschieden und den Rechnungsbetrag von € 966,- überwiesen.

Detail am Rande: Ursprünglich hatte ich mich bei einem Institut namens SITYA für den Lehrgang angemeldet, aber sofort wieder einen Rückzieher gemacht, als ich einen ersten Blick in die Lernunterlagen warf. 🙈

2022 – 2024 – Zögerlicher Lernfortschritt

Die ersten beiden Jahre kam ich nur zögerlich voran. Ich habe mir zwar immer wieder einzelne Module vorgenommen, aber im Vordergrund stand meine Neuausrichtung als Vollzeit-Beschäftigung inkl. Kursen im Bereich Online-Business. Meine ersten XINDA-Kurse sind entstanden und ich habe mein erstes Fastendomizil am Neusiedlersee aufgebaut. (Seehotel Rust). Aber das, was ich in dieser Zeit im Rahmen der Ernährungstrainer-Ausbildung gelernt hatte, habe ich in meinen Fastenkursen laufend weitergegeben und das neue Wissen somit gefestigt.

2025 – 1. Teilprüfung, Praxisnachweis, Coaching-Einheiten

Den Sommer 2025 wollte ich nutzen, um ordentlich was weiterzubringen. Ziel war es, den Abschluss bis Ende 2025 zu schaffen. Tatsächlich habe ich zwar einiges geschafft: 1. Teilprüfung, Abgabe Praxisnachweise, Teilnahme an 3 Online-Coaching-Einheiten. Alle drei Punkte waren Voraussetzung, um überhaupt zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Na immerhin – aber trotzdem war ich noch sehr weit davon entfernt. Es waren einfach noch so viele Module, mit denen ich mich intensiv beschäftigen musste. Leider verfüge ich nicht über die Gabe, etwas einmal durchzulesen, und es dann gleich zu wissen. Ich muss mich immer lange mit einem Thema beschäftigen, es von allen Seiten durchleuchten und sehr in die Tiefe blicken, um es auch wirklich zu verstehen – aber dafür sitzt es dann richtig. Also habe ich mir ein weiteres Jahr Zeit gegeben.

In der Zwischenzeit musste ich dann bei der Vitalakademie doch € 199,- draufzahlen, um die Online-Plattform weiterhin nutzen zu können. Mit so einer langen Ausbildungszeit hat man wohl nicht gerechnet. 😅 Standardmäßig wären es 24 Monate gewesen, wie ich später erfahren habe. Man ist mir also nochmal entgegengekommen. Meine letzte Frist war damit Jänner 2027 – danach würde es so richtig teuer werden mit monatlichen Kosten.

Ein Blick auf die Learn@home Ausbildungsplattform

Insgesamt waren es 17 Module, die ich zu lernen hatte. Zusätzlich musste ein Nachweis über 100 Praxis-Einheiten erbracht werden. Auch verpflichtende Coachings und zwei Online-Zwischenprüfungen quer durch alle Module waren Teil des Lehrganges. Die Diplomarbeit sollte um die 60 Seiten umfassen und als wissenschaftliche Arbeit mit empirischem Teil abgehandelt werden. Erst wenn das alles geschafft war, war ein Antreten zur Abschlussprüfung möglich.

Modulübersicht der Vitalakademie-Ausbildung zur Ernährungstrainerin - Teil 1
Modulübersicht der Vitalakademie-Ausbildung zur Ernährungstrainerin - Teil 2

Hinter jedem dieser Module befinden sich Vortrags-Videos (oft über mehrere Stunden) sowie die noch genaueren, schriftlichen Unterlagen als ca. 50-seitiges PDF zum Herunterladen. (Zusätzlich hatte ich 2022 die Unterlagen auch in Papierform bestellt, nur haben sich in der Zwischenzeit die Inhalte und Übungsfragen geändert, also musste ich immer vergleichen.)

Ausschnitt über ein Vortrags-Video der Vitalakademie Online-Plattform

2026 – Jetzt aber wirklich, wirklich!

Nachdem ich in meinen Jahresrückblicken schon dreimal in Folge meinen Abschluss im nächsten Jahr angekündigt hatte, war es jetzt wirklich höchste Eisenbahn, dieses Projekt zu einem Abschluss zu bringen. Es durfte jetzt einfach nichts mehr dazwischenkommen. Also habe ich gleich im Frühjahr einen Prüfungstermin fixiert: den 24. August. Dann habe ich das Thema für die Diplomarbeit eingereicht. Mein Thema: Eiweiß in der Ernährung. Aber das ist eine separate Geschichte. Wenn du sie lesen möchtest, finest du sie HIER.

21. Juli 2026 – Abgabe Diplomarbeit

Da der Termin der Abschlussprüfung bereits für den 24. August fixiert war, und die Dioplomarbeit 5 Wochen vorher abzugeben ist, war der 21. Juli meine letzte Abgabemöglichkeit. Eine rasche Korrekturleserei musste also reichen, und ab ging die Post. Jetzt war nur zu hoffen, dass die Beurteilende von meiner Arbeit genauso begeistert war wie ich!

9. August 2026 – 2. Teilprüfung

Sobald die Diplomarbeit abgegeben war, bin ich nochmal den gesamten Stoff durchgegangen. Am Sonntag, den 9. August, gleich zeitig in der Früh, habe ich mich an meine 2. Teilprüfung gewagt und sie bestanden! Somit stand meinem Antritt zur Abschlussprüfung nichts mehr entgegen, vorausgesetzt meine Diplomarbeit würde positiv bewertet. Jetzt hieß es noch ordentlich zu lernen und die Präsentation meiner Diplomarbeit vorzubereiten, die Teil meiner Abschlussprüfung am 24. August war.

14. August 2026 – Beurteilung Diplomarbeit

Yes! 🎉 Meine Diplomarbeit hat überzeugt! Meine Freude über die Bestwertung „Ausgezeichneter Erfolg“ war riesig und erfüllte mich mit Stolz. Nun hieß es volle Konzentration auf die Abschlussprüfung in 10 Tagen. 💪🏼

Beurteilung 60/60 Punkte

24. August 2026 – Ein katastrophaler Rückschlag

Ich habe das Venedig-Wochenende vor der anberaumten Prüfung hauptsächlich genutzt, um mich auf den Präsentations-Teil vorzubereiten. Die Präsentation meiner Diplomarbeit (bzw. der Teil daraus „Protein-Qualitäten“) durfte nämlich nicht länger als 10 Minuten dauern. Die Power-Point Präsentation war längst gemacht, aber ich musste ganz schön üben, dass ich das Wichtigste dazu in nicht mehr als 10 Minuten vortragen konnte. Tja, da blieb dann nur noch wenig Zeit, den Inhalt aller 17 Module im Detail zu wiederholen. Überflogen habe ich alles nochmal. Im Großen und Ganzen habe ich alles gut verstanden – schließlich hatte ich mich ja sowieso schon jahrelang damit beschäftigt.

Der Präsentationsteil ist mir gelungen und wurde mit „Sehr gut“ beurteilt. Ui, da fiel mir ein Stein vom Herzen. Jetzt konnte nichts mehr schiefgehen. Oder doch?! 😬

Pech war dann, dass ich das Fallbeispiel Nr. 3 zog, bei dem es um die Beikost von Babys ging. Upsi – nicht gerade mein Spezialgebiet, hab ich auch gleich so mitgeteilt. Trotzdem wusste ich eigentlich doch einiges dazu zu sagen. Nur halt nicht so genau und im Detail wie es die strenge Prüferin gerne von mir gehört hätte. Naja, nächste Frage: Diabetes und noch irgendwas…. alles perfekt von mir beantwortet. Weiter gehts: Fruktosemalabsorption. Klar, da kenne ich mich aus. Ich habe die Frage meiner Meinung nach schon beantwortet, aber irgendwie hat es den strengen Ansprüchen nicht genügt. Sie wollte offensichtlich etwas von mir hören, das ich nicht auf Lager hatte. Ein Herumgebohre, große Verunsicherung meinerseits, abschätzende Blicke ihrerseits – mein Hirn hat w.o. gegeben… was war dabei noch das Problem? Enzymdefekt? Aber warum, wenn es ein Einfachzucker ist? Braucht man ja kein Enzym, ups… was war es dann? Vielleicht doch Zweifachzucker? „DANKE, das genügt. Sie haben sich nicht vorbereitet – nicht mal die Grundlagen sitzen. Es wäre allen anderen Absolventen gegenüber ungerecht, die wirklich gelernt haben.“👎🏼

BUMM, das hat gesessen. Hat es mich tatsächlich durchgeprackt! 🙈 Es wurde mir ein neuer Termin im Herbst angeboten, aber darauf habe ich mich nicht eingelassen. Es muss jetzt endlich zu einem Abschluss kommen. „Okay, wenn ein Coaching notwendig ist, bitte sehr – mach ich gleich bei Ihnen nächste Woche und einen Tag drauf die Prüfung bittesehr.“ Danach startet meine Fastenwoche am Hügellandhof, und da möchte ich das abgeschlossen haben. „Schaffen Sie das bis nächste Woche?“ war die zweifelnde Frage der Prüferin. Und ehrlich gesagt wusste ich gar nicht, was es noch zu schaffen gab. Okay, Babykost und Zuckermoleküle nochmal studieren, um Unsicherheiten auszuschließen, aber eigentlich sollte mein Wissen doch längst für diesen Abschluss reichen. Schließlich machte ich ja kein Hochschulstudium. 🎓

(Des Rätsels Lösung, für alle Neugierigen: Bei der Fruktosemalabsorption fehlt kein Enzym. Der GLUT-5-Transporter im Dünndarm, der den Fruchtzucker (Einfachzucker) aufnehmen sollte, arbeitet nicht richtig. Das sitzt jetzt für immer! 😅)

4. September 2026 – Der krönende Abschluss

Wieder lagen 10 Tage Lernen hinter mir. Die letzten Sommertage verbrachte ich leider nicht entspannt am See oder am Fahrrad, sondern ziemlich angespannt mit meinen Lernunterlagen am Liegestuhl im Garten. Naja, es gibt Schlimmeres, aber ärgerlich war es halt trotzdem. Das Coaching am 3. September ist gut gelaufen, und ich konnte die Prüferin davon überzeugen, dass ich doch nicht in ihre Schublade unvorbereiteter Studentinnen passte. „Sie haben großes Wissen. Treten Sie morgen an und Sie werden es schaffen.“ Gesagt, getan. Am Freitag, den 4. September, um 19:00 Uhr trafen wir uns zum Zoom-Endspurt. Mit Fallbeispiel Nr. 17 zog ich diesmal ein weitaus interessanteres Thema: „23-Jährige mit BMI von 27,5 nimmt aktuell nur 1200 kcal täglich zu sich und nimmt nicht ab.“ Ja, auf so eine spannende Fragestellung habe ich gewartet. Die Berechnung von BMI, WHR, Grundumsatz, Leistungsumsatz usw. sitzt bei mir. Was die Lösung des Problems war, fiel mir nicht schwer zu erklären. Was glaubst du, woran es lag? Schreib’s mir in die Kommentare!

Es folgten einige weitere Fragen, bis 45 Minuten vorüber waren und ich erleichtert aufatmen konnte.

GESCHAFFT! 🎉 Hallelujah! Jetzt konnte es entspannt zur Fastenwoche ins Südburgenland gehen!

Ein herzliches Dankeschön! ♥️

Danke an meinen Seppi, der mich trotz Hochzeitstag-Prüfungsdrama tapfer ausgehalten hat, an meine Fastenteilnehmer:innen, deren Fragen mich überhaupt erst auf diesen Weg gebracht haben – und an dich, dass du bis hierher mitgelesen hast! 💚 Wenn du wissen möchtest, was in meiner ausgezeichneten Diplomarbeit steckt, kannst du sie dir hier kostenlos herunterladen. Und wenn dir der Artikel gefallen hat, freu ich mich über deinen Kommentar!

5 Kommentare zu “Mein Weg zur diplomierten Ernährungstrainerin”

  1. liebe Karin,

    war ja nur eine Frage der Zeit, bis Du die Zeit gefunden hast richtig zu lernen ;-).

    GRATULATION, dein Wissen, bringt uns alle nämlich immer WEITER und lässt auch uns immer GSCHEITER werden, was Ernährung und den Umgang damit betrifft.

    Freu mich schon auf unser nächstes Treffen.

    Pfiat Di, Thomas

  2. Liebe Karin, ich bin sehr stolz auf dich und deinen interessanten Weg. Ich freue mich mit dir über dein weiteres Wissen dass du mit uns teilen wirst. Bis bald!

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